Ueber mich        

Ich sehe das immer so: Alles was die Kerze "schluckt", indem sie es beim Abbrennen mit ihrem Wachs bedeckt, nimmt sie sich. Es gehört ihr. Etwas das meine Kerze genommen hat, nehme ich nicht wieder zurück. Es wird am Ende, wenn die Kerze komplett herunter gebrannt ist, zusammen mit den Wachsresten dem Hausmüll übergeben. Das mag evtl. im ersten Augenblick etwas respektlos klingen, ist es aber nicht. Soll ich etwa Wachsreste mit Dekosachen und Schmuckteilchen im Erdboden vergraben, oder einem fließenden Gewässer überantworten? Nein, ich denke das wäre Umweltverschmutzung und nicht im Sinne des Erfinders. Ohnehin ist ja nach meinem Empfinden der energetische Wert der Dinge fortgenommen worden und ich schmeiße nur noch die leeren überreste weg.

Wenn es dann an der Zeit ist und eine neue Kerze vorbereitet werden muß verfahre ich wieder wie zuvor. Ich habe mir angewöhnt meine neue Kerze immer an der letzten Flamme der alten Kerze zu entzünden, wodurch diese ihre volle Programmierung und ihre Energien an die Nachfolgerin weiter gibt. Somit ist es auch kein Problem daß ich den exakten Spruch nicht mehr weiß. Denn die Kerze hat mir gute Dienste geleistet und dabei viele Kräfte gesammelt, die sie nun weitergibt. Indem ich dann die neue Kerze in die verlöschende alte drücke, wird sie in dem heißen Wachs fest und erhält somit auch automatisch eine sichere Position.

Das Gute an dieser Methode liegt auf der Hand: Nicht immer wenn gerade eine ungute Wetterlage sich breit macht hat man die Zeit und Ruhe, spontan ein Schutzritual abzuhalten o.ä. Wenn Kopfschmerzen plagen oder Papierkram sich stapelt ist nun wirklich nicht der richtige Augenblick für solche, teilweise aufwändigen Aktivitäten. Eine bereits vorab präparierte Kerze aber steht allzeit bereit und kann einfach durch Anzünden aktiviert werden. Meine steht immer (da sie ja auch noch so dekorativ aussieht) im Eßzimmer auf dem Tisch. Wenn es spät abends tobt und wettert nehme ich sie einfach mit ins Schlafzimmer und stelle sie auf eine hohe Kommode, wo die Katzen nicht rumspringen und sie einen sicheren Stand hat. Eine kleine Miniversion davon kann man übrigens auch prima im Büro platzieren. Einfach Sand in ein altes Kerzenglas füllen, Teelicht drauf und vielleicht noch eine Muschel oder ein Steinchen dazu legen. Vielleicht zwei, drei Teelichter in weiser Voraussicht an dem Mutter-Exemplar zuhause einmal anzünden und wieder löschen (aber bitte nicht auspusten).

15. Januar 2012