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Bräuche:

Mit Beltane ist das für mich so eine Sache, da ich mich diesem Fest ehrlich gesagt bisher nicht groß auseinander gesetzt hatte. Aber nun gut, dafür habe ich ja in den letzten Wochen fleißig Recherchen betrieben und irgendwas muss ja auch dabei rum gekommen sein ;-)

Früher, also vor wirklich langer Zeit - heute nur noch in Cornwall und Umgebung, soweit ich das weiß (jedenfalls im Rahmen dessen, was mehr oder weniger bekannt ist) war es Gang und Gebe zu Walpurgis auf Hügeln Freudenfeuer zu entzünden, welche dann die Nacht erhellten und die Feiernden im wahrsten Sinne des Wortes anheizten. Logisch dass es sich also in dieser Nacht ganz speziell um einen traditionellen Termin für das Handfasting handelt, wobei die zwei Verliebten ja auch Hand in Hand über das Feuer springen, um ihre Liebe zu besiegeln. Wo diese heidnischen Riten noch lebendig sind wird ausgelassen gefeiert, getanzt, gesungen, musiziert und gegessen und getrunken. Also gar nicht mal so ganz unähnlich dem Tanz in den Mai, wie wir ihn heute zumeist in unseren Gegenden so kennen. Meiner Erfahrung nach verhält es sich so: Je ländlicher die Umgebung, desto ausgelassener die Feier :-) Tja und ähnlich wie im Karneval werden da die Regeln des Anstandes auch mal hinten angestellt, damit der Spaß (im besten Falle, häufig wird es ja mittlerweile wahnsinnig übertrieben, mit Flatrate-Parties usw.) nicht zu kurz kommt. Wo es früher noch ungezügelte, rituelle Liebesakte auf den Feldern und in den Wäldern gab, vergnügen sich nun die Berauschten in dröhnenden Discotheken - das ist der Wandel der Zeiten. So oder so ist die Heilige Hochzeit also noch immer Thema, wenn auch den Menschen häufig nicht bewusst.... Wie dem auch sei; der Mai ist ein überaus beliebter Monat für Hochzeiten, ein Wonnemonat halt und ja - auch ich feiere den Jahrestag mit meinem Mann (nicht den Hochzeitstag) im Mai (und ich kann Euch verraten dass es auch bei uns damals nicht unbedingt moralisch einwandfrei zuging ;-)

Aber zurück zum Thema: Die Asche dieser Feuer wurde früher mitgenommen, um sie beispielsweise auf die Felder zu streuen, weil dies sie fruchtbar machen sollte. Im übertragenen Sinne würde ich also vorschlagen nun die Asche eines persönlichen Beltane-Feuers für den heimischen Garten zu nutzen. Auch sie in die eigenen Schuhe zu geben soll übrigens Glück & Segen (auf allen Wegen) bringen. Und wenn man dann schon mal dabei ist morgens die ausgekühlte Asche einzusammeln, kann man auch gleich überlegen den ersten Mai-Morgentau aufzufangen. Der wiederum lässt sich nämlich prima in seiner Eigenschaft als "heiliges Wasser" verwenden, da ihm u.a. heilsame Wirkung nachgesagt wird. Eine hübsche Idee ist allerdings auch sich mit ihm das Gesicht zu waschen, um Jugend und Schönheit für ein weiteres Jahr zu sichern. Und wer dann noch einen Weißdorn-Busch auftut, ist ganz auf der sicheren Seite: Der sog. Maibusch gilt seit je her als magisch. Früher wurde er im Schlafzimmer auf der Frisierkommode aufbewahrt, weil er vor Krankheiten schützen sollte. Aber auch zum Besprengen mit Weihwasser ist er bestens geeignet, oder gar um vor übergriffen von garstigen Elfen zu schützen. Aus diesem Grunde ist er auch als Türschmuck an der Hausschwelle sehr beliebt, weil er eben böse Mächte und Einflüsse fernhalten soll.

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